Ziele des Projektes

Ziel des Modellversuches war es in einem mehrstufigen Verfahren, die pädagogischen Kenntnisse
und Fähigkeiten von Führungskräften im Handwerk (insbesondere Handwerksmeister in
Betrieben sowie erfahrene Gesellen in Ausbilderfunktion (so genannte:
Ausbildungsbeauftragte) derart zu verbessern, dass sie die Ausbildung von so genannten
„Jugendlichen mit schlechten Startchancen“ als realistische Chance zur Deckung eines
Teils ihres Fachkräftebedarfs erkennen und ggf. die vorhandenen Möglichkeiten (z. B.
Unterstützungsleistungen von Jugendberufshilfe, Arbeitsämtern, Berufsschule, etc.)
vor und während der Ausbildung der Jugendlichen in Anspruch nehmen.

1. Stufe: Anpassung von Teil IV-Kursen
Hierfür wurde in einer ersten Stufe die bisherige pädagogische Ausbildung von
Handwerksmeistern, die in der Regel in den Teil IV-Kursen zur Vorbereitung auf
die
Meisterprüfung (Berufs- und Arbeitspädagogik im Rahmen der Ausbildereignungsprüfung)
stattfindet, um spezifische Inhalte zur Ausbildung von Jugendlichen mit schlechten
Startchancen ergänzt. Hiermit wurde das Wissen zukünftiger Handwerksmeister, welche
Möglichkeiten und Grenzen sich ihnen bieten, sofern sie auch diese Gruppe von
Jugendlichen ausbilden, wesentlich erweitert und das Vorhandensein bzw. Aufkommen
von Vorurteilen verringert oder sogar verhindert. Die Entwicklung entsprechender
didaktischer und methodischer Materialien wurde in Kooperation mit einem Netzwerk von
Experten aus Betrieben, Bundesverband Metall, Handwerkskammer Düsseldorf,
Jugendberufshilfe, Bildungseinrichtungen, Arbeitsamt, etc. vorgenommen. Das
Konzept inklusive der entwickelten didaktischen Materialien zur Vertiefung solcher
Kenntnisse wurde in Teil IV – Kursen erprobt.

2. Stufe: Entwicklung eines modularen Konzepts zur Führungskräfteschulung
In einer weiteren Stufe wurden die gewonnenen Erkenntnisse auch zum Aufbau
eines eigenständigen Konzepts zur Führungskräfteschulung genutzt. In Erweiterung des
bisherigeren Teil IV – Vorbereitungslehrgänge, wurden Schulungen für angehende
Handwerksmeister angeboten, in denen sie mit zentralen Aspekten der Ausbildung
von Jugendlichen mit schlechten Startchancen vertraut gemacht wurden.

3. Stufe: Aufbau eines internetgestützten Qualifizierungsmoduls
Die dritte Stufe beinhaltete eine zusätzliche Unterstützung der Führungskräfte mittels einer
eigenen Internetplattform. In dieser „KVPP-Community“ werden maßgebliche Informationen
von einschlägigen Experten (zukünftigen) Handwerksmeistern zur Verfügung gestellt. Diese
Plattform wurde im Rahmen der ersten beiden Stufen aufgebaut und erprobt. Auch wurden
die Möglichkeiten und Grenzen der der Einsatz einer solchen Plattform im Sinne des E-Learning
im Rahmen der pädagogischen Professionalisierung von Handwerksmeistern bietet untersucht.